Cruz de Santa Brígida en La Restinga

Normalerweise würde Brendan den „Saint Brigid‘s Day“ in Irland feiern. Doch seit ein paar Jahren sind er und Marina am 1. Februar mit Schiff und Motorrad auf den Kanaren und im speziellen auf El Hierro unterwegs. So lädt er bereits zum dritten Mal das ganze Dorf am Vorabend ins Restaurant „Mar de las Calmas“ ein, um  – wie es die keltische Tradition vorsieht – gemeinsam Kreuze zu basteln.

Kurz nach 22.00 Uhr trifft Brendan, selbstverständlich stilgerecht gekleidet, mit einem grossen Bündel Stroh– und Grashalme ein. Kurz darauf beginnen die ersten Gäste unter seiner Anleitung mit dem Flechten der Kreuze. Eine recht knifflige Fingerübung wie die etwas verkrampften Gesichtausdrücke verraten. Im Hintergrund läuft für einmal irische Musik und zwischenzeitlich schmückt auch eine irische Fahne die Wand. Der Saal füllt sich und auch einige einheimische Frauen und Fischer gesellen sich zur munteren Bastelrunde. Zur Stärkung gibt es kleine Häppchen und einen Kartoffel-Milch-Zwiebel-Brei, wie man ihn auch in Irland isst.

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Um Mitternacht klopft es an der Tür. „Wer ist da?“ sollen alle rufen. Es klopft ein zweites Mal: „Who is there?“. Beim dritten „Quién está ahí?“ meldet sich eine Stimme: „It‘s Brigid“ und die junge Frau tritt ein. Sie segnet die Anwesenden, sie segnet alle Kreuze und sie segnet einen Korb mit kleinen Stofffetzen. Dann zieht sie weiter.

Brendan erklärt: Das Kreuz wird im Haus auf der Innenseite über die Türe gehängt. Ein Jahr lang schützt es die Bewohner vor Unheil und Krankheiten. Im nächsten Jahr, wenn das neue Kreuz gesegnet und aufgehängt wird, kommt das alte zum Schutz der Tiere über die Stalltüre. Zudem nimmt jeder Fischer und Seemann am nächsten Tag ein Stück des gesegneten Stoffes in die Hosentasche bevor er zur See fährt.

Im vergangenen Jahr sorgte Neptun just am 1. Februar für einen heftigen Sturm, der auch im Hafen von La Restinga einige Schäden verursachte. Am Tag darauf bekam Brendan Besuch. Zwei Fischer bedankten sich bei ihm. Das „Saint Brigid‘s Cross“ hatte ihre Fischerboote vor einem Unheil bewahrt.

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