Ausflug in den südlichsten Süden von Südamerika

Am 9. Januar landen wir in El Calafate, unserer Basis für die nächsten knapp drei Wochen. Im Süden von Patagonien, dem südlichsten Teil von Argentinien, dominiert im Sommer vor allem einer: der starke Westwind, der ungebremst um den Globus bläst (in der Segelsprache die „roaring 40s“ und „furious 50s“) und uns effektiv auch einfach mal kurz umwirft. Weite Teile der grossen Fläche Patagoniens (25 Mal grösser als die Schweiz) sind menschenleer. Es ist das Land der Guanacos, Schafe, Condore und Pumas. Wir sahen noch vieles mehr; den Puma sichten wir vielleicht das nächste Mal.

An einem schönen (nicht frühen) Morgen machen wir einen Rundgang durch das Vogelreservat „Laguna Nimez“:

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Unsere nächste Station ist El Chaltén, ca. 210 km nördlich von El Calafate. Unterwegs machen wir einen Zwischenhalt in einer eigenartigen Mondlandschaft mit versteinerten Bäumen (im „Bosque Petrificado La Leona“):

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Von El Chaltén aus unternehmen wir eine Woche lang kürzere und längere Wanderungen im Nationalpark „Los Glaciares“. Die beiden beliebten Kletterberge „Cerro Torre“ und „Fitz Roy“ sehen wir mal mehr, mal weniger, doch immer aus Entfernung. Die Gipfelbesteigung überlassen wir andern. Einer von ihnen – der 22-jährige österreichische Freikletterer David Lama – bekommen wir am letzten Abend persönlich und in seinem brandaktuellen RedBull-Film „Cerro Torre: A Snowball’s Chance in Hell“ zu sehen. Eindrücklich, unglaublich und mindestens so verrückt wie ein Einhandsegler!

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Wie es sich auf einem Gletscher laufen lässt, das wollen wir dann doch auch selber erfahren:

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Dann fahren wir zurück nach El Calafate und machen einen Ausflug zum Upsala-Gletscher und zur Estancia Cristina. Die Geschichte der Farm ist für uns ein Beispiel wie Argentinien funktioniert: was heute gilt, kann morgen wieder anders sein, wenn es von „nationalem“ Interesse ist. Vor genau 100 Jahren findet ein englischer „Pionier“ für sich und seine Familie das Paradies. Auf dem 22’000 Hektaren grossen Land, das nach 30 Jahren der Familie gehören soll, entsteht über die Jahre ein Betrieb mit 12’000 Schafen, 30 Kühen und 50 Pferden. Nach 25 Jahren gründet der Staat an dieser Stelle einen Nationalpark und der Traum des Landbesitzes ist ausgeträumt. Die Tochter Cristina stirbt früh. Der Sohn führt die Estancia trotz allem sein Leben lang weiter. Daneben ist er ein leidenschaftlicher Amateurfunker, seine Art von fernab ein weltweites Netzwerk zu pflegen. Nach seinem Tod endet die Familiengeschichte auf der Estancia, die seither eine staatlich lizenzierte Luxuslodge ist.

Auf eine ähnliche und doch andere Pioniergeschichte stossen wir in Chile. Dort ist die Estancia in Familienbesitz geblieben und bildet heute eine „Insel“ im Nationalpark mit Auflagen (keine Hunde, keine Schafe) zur nachhaltigen Entwicklung der dortigen Biosphäre.

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Auf der Estancia El Galpón del Glaciar direkt am Lago Argentina machen wir drei Tage „Ferien auf dem Bauernhof“ mit Schafen, Pferden, Hunden, Hasen und Vögeln. Der Blick über die weite Steppenlandschaft mit See zieht uns beide in den Bann – ein Gefühl wie beim Segeln…

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Zum krönenden Abschluss machen wir noch einen Abstecher nach Chile und verbringen wenige Tage im Nationalpark Torres del Paine. Es hätten auch noch ein paar mehr sein dürfen… 🙂

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Dann fährt uns Carlos zusammen mit anderen Hotelgästen zurück zur chilenisch-argentinischen Grenze. Unterwegs liegt am Rande der Schotterpiste ein PW auf dem Kopf – ein Opfer des Windes? Carlos erklärt, das kann nur einem Argentinier passieren.

Am chilenischen Zoll erhalten wir und Carlos den Ausreisestempel. Dann geht die Fahrt ein paar Kilometer durch „Niemandsland“ weiter bis zum Zollhaus der Argentinier. Carlos steht mit uns Schlange, um einen Einreisestempel zu erhalten, und darf zusätzlich an einem anderen Schalter noch sein Fahrzeug deklarieren. Noch einmal steigen wir ein und fahren bis das Zollhaus ausser Sichtweite ist. Dort wartet Miguel und ein Minibus mit argentinischem Kennzeichen auf uns. Miguel hat seine Gäste bereits in Chile abgeliefert. Wir steigen um und verabschieden uns von Carlos. Während wir von Miguel nach El Calafate transferiert werden, beginnt für Carlos das Zollprozedere von vorne… tagtäglich zwei Mal… wie bequem und praktisch sind doch unsere offenen Grenzen!

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